Sehr geehrter Herr Karthaus,
heute lag in unserem Briefkasten die Aufforderung an einer Petition gegen das geplante Neubaugebiet in Buschhausen teilzunehmen. Ich mag Petitionen, möchte aber nichts unterstützen, solange mir Informationen fehlen. Wenn ich es richtig verstehe, wird im Gegenzug auf ein größeres, bereits genehmigtes Neubaugebiet verzichtet und zugleich entsprechende Ausgleichsflächen geschaffen. Wie ist der aktuelle Stand dazu? Gibt es vielleicht Informationen, die noch nicht veröffentlicht wurden oder die ich bei meiner Recherche übersehen habe.
Mit freundlichen Grüßen
Beate Sandmann

Bürgermeister Dr. Karthaus antwortet Frau Sandmann hierzu:

Sehr geehrte Frau Sandmann,

ein sehr großes Problem für unsere Gemeindeentwicklung ist der Mangel an Baumöglichkeiten für junge Familien. Nicht zuletzt aufgrund selbst auferlegter Vorgaben als Umweltgemeinde konnten bei uns im Gegensatz zu den Nachbargemeinden in den vergangenen 20 Jahren nur sehr wenig neue Angebote geschaffen werden. Nachdem auch fast alle Baulücken genutzt und verfügbare Altgebäude in Anspruch genommen wurden, stehen wir vor der Aufgabe, zumindest den dringendsten Bedarf durch eine umweltorientierte Entwicklung geeigneter Flächen zu berücksichtigen.

Nach langer Suche ist nun mit Buschhausen-West ein Bereich ins Auge gefasst worden, der eine problemlose verkehrliche Anbindung bietet, die fußläufige Erreichbarkeit der Bahnhaltestelle und des Ortskerns gewährleistet, sich topografisch bestens eignet, keine besonders hochwertige Natur besitzt und in dem die Grundstücke verfügbar sind. Der ökologische Eingriff in die Natur wird vollständig ausgeglichen. Hier können wir zudem besondere umweltbezogene Vorgaben, wie naturnahe Gestaltung der Grundstücke, Energieversorgung durch Holz und Abwärme des Stahlwerks, Carsharing und ökologisches Bauen umsetzen.

Für Buschhausen West werden rund 7 ha Fläche, davon sind etwa 5 ha Wald, benötigt. Neben dem ökologischen Ausgleich gibt die Gemeinde Engelskirchen dafür in Wiehlmünden und Osberghausen rund 20 ha an bisher ausgewiesener Baufläche mit etwa 9 ha Wald auf! Selbstverständlich werden alle diesbezüglichen Details im noch einzuleitenden bauleitplanerischen Verfahren eingehend öffentlich erörtert.

Ich habe übrigens Verständnis für diejenigen Anwohner, die den jetzigen unbebauten Bereich mehr schätzen als zukünftige neue Nachbarn. Ernsthafte Argumente, die eine Ablehnung aus neutraler Sicht einer Gesamtentwicklung der Gemeinde Engelskirchen nachvollziehbar machen würden, sind mir aber zumindest bis jetzt nicht bekannt.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gero Karthaus
Bürgermeister