In der Marktgemeinde stehen die umfassenden Baumaßnahmen in der Flur und im Ort kurz vor dem Abschluss. Die Verantwortlichen erneuerten seit dem Beginn der Flurneuordnung und Dorferneuerung das Landschafts- und Ortsbild auf einer Fläche von 1.500 Hektar grundlegend. Die Teilnehmergemeinschaft unter dem Vorsitz von Werner Tischner und seinem Stellvertreter Matthias Albrecht zieht eine beeindruckende Zwischenbilanz: Moderne Straßen, lebendige Dorfplätze und ökologische Vorzeigeprojekte sichern die nachhaltige Zukunft der insgesamt 678 Teilnehmer.

Die Zahlen des Mammutprojekts beeindrucken. In den vergangenen Jahren investierte das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Mittelfranken viel Energie und Fördergelder in das gesamte Verfahrensgebiet. Rund fünf Kilometer Gemeindeverbindungsstraßen, siebeneinhalb Kilometer öffentliche Feldwege, ein Radweg und ein Wanderparkplatz zeigen sich frisch modernisiert. Sie machen die ländliche Region fit für die Zukunft.

Auch das Leben im Kern gewinnt an Qualität: Ortsstraßen erhielten sichere Gehwege. Gleich drei neue Dorfplätze dienen den Bürgerinnen und Bürgern ab sofort als lebendige Treffpunkte.

Dorferneuerung: Kirchplatz glänzt – Finale im Juli

Ein wichtiger Meilenstein im Ort steht bereits. Im Frühjahr dieses Jahres schlossen die Beteiligten die Neugestaltung der „Kirchstraße mit Kirchplatz“ erfolgreich ab. Der historische Kern erstrahlt nun in neuem Glanz. Lange Pausen gönnen sich das ALE Mittelfranken, die Planer und die Baufirmen jedoch nicht, denn das Finale der Dorferneuerung naht. Mitte Juli starten die Arbeiten für die allerletzte Baumaßnahme im Ort: der Ausbau der „Schulstraße und Albacher Straße“.

Auch der Naturschutz und die Klimaanpassung spielen eine wichtige Rolle. Es entstand knapp ein Hektar neue Biotopfläche. Aktuell läuft in der Flur der Endspurt für das große Wasserrückhaltekonzept bei Kleinwachenroth. Die Anlage steht kurz vor der Fertigstellung. Sie schützt den Ortsteil künftig selbst vor einem statistisch hundertjährigen Hochwasser (HQ100). „Das Besondere an dem Konzept: Die naturnahe Gestaltung schafft gleichzeitig wertvollen Lebensraum für Flora und Fauna“, stellt Projektleiter Werner Tischner fest.

Effektiver Hochwasserschutz in der Praxis

Wie moderner Hochwasserschutz funktioniert, zeigt sich auch südlich des Ortsteils Horbach. Dort weiteten die Arbeiter einen einfachen Wegseitengraben deutlich auf. Sie statteten ihn mit sogenannten Schlitzdrosseln sowie Gumpen (tiefen Wasserbecken) aus. Bei plötzlichem Starkregen oder raschem Tauwetter bremst das System das Wasser nun kontrolliert aus. „Das entschärft die Hochwassergefahr für die Anwohner spürbar“, erklärt Werner Tischner vom ALE. „Gleichzeitig bereichert die neue wechselfeuchte Retentionsfläche die Natur ökologisch enorm.“ Mit dem Abschluss der letzten Arbeiten im Sommer und Herbst entwickelt sich das Verfahren Wachenroth zu einem echten Vorzeigeprojekt für eine moderne und ökologische Arbeit des Amtes für Ländliche Entwicklung Mittelfranken.